Im Reich von Adler, Graugans und Eisvogel

- Graureiher vor Rapsfeld
Mecklenburg-Vorpommern verfügt über 327 Naturschutzgebiete, sieben Naturparks und drei Biosphärenreservate. Dazu kommen drei Nationalparks: Jasmund auf Rügen, die Vorpommerschen Boddenlandschaft und der Müritz-Nationalpark. Letzterer ist der größte im deutschen Binnenland liegenden Nationalpark, er besteht aus zwei Gebieten, das größere davon liegt östlich der Müritz und nördlich des Hafendorf Müritz. Er bietet unendlich viele schöne Ecken, die zu Fuß, per Fahrrad, mit dem Kanu, Pferd, dem Boot oder Fahrgastschiff erkundet werden können.

- Eisvogel (Photo: Manfred Delpho, NABU, www.nabu.de)
Als Startpunkt für Ausflüge in den Müritz-Nationalpark eignet sich das Müritzeum in Waren (Müritz): Spielerisch und spannend wird hier die Flora und Fauna des Parks und der Mecklenburgischen Seenplatte erklärt, nach dem Besuch erkennt auch der Laie mehr Vögel. Und auch der kundige Beobachter oder Spotter wird fürs "Twitchen" den einen oder anderen Tipp mitnehmen können. Mehr Informationen über das Müritzeum - Haus der 1.000 Seen finden Sie im Kasten rechts.

- Auch Hausboote eignen sich zur Vogelbeobachtung - aber bitte Abstand halten.
Hier nun ein paar Hinweise für all jene, die mit oder ohne Fernglas Vögel beobachten möchten, aber weder mit Spektiv unterwegs sind noch Digiscoping betreiben - für alle jene wird es hier kaum Neuigkeiten geben...
Wenn am unendlichen Himmel ein großer Vogel in weiten Kreisen über Ihnen schwebt, dann ist es der seltene Seeadler, der das ganze Jahr über an der Müritz bleibt. Er brütet versteckt im dichten Wald auf alten Bäumen. Ein großer Vogel, der aus der Höhe zielsicher ins Wasser eintaucht, dürfte ein Fischadler sein, der sich und vielleicht auch seinen Nachwuchs mit seiner Lieblingsnahrung versorgt. Fischadler sind Zugvögel, die von März bis Oktober im Nationalpark zu Gast sind und mangels geeigneter Bäume häufig auf Hochspannungsmasten brüten. Beide Adlerarten können besonders gut an den Stationen in Boek und Federow oder in der Nähe von Zinow beobachtet werden.

- Kranich am Schlafplatz
Im Herbst spielen die Kraniche beim Trompetenkonzert auf - bis zu 40.000 Tiere suchen im Oktober auf den Getreidestoppelfeldern Mecklenburg-Vorpommerns nach Ernterückständen, um Energie für den Weiterflug in die Überwinterungsgebiete im Süden zu sammeln. Tagsüber sind die Tiere gut auf Feldern und Wiesen zu sehen. Mit der untergehenden Sonne fliegen die Vögel mit lauten Trompetenrufen und in langen Formationen zu ihren Schlafplätzen an die Seen, wo sie im knietiefen Wasser stehend übernachten. Bester Beobachtungspunkt im Nationalpark ist der Turm am Rederangsee.
Eindrucksvoll - aber so gut wie unsichtbar auf grund des perfekt an die Umgebung angepaßten Federkleides - ist die Große Rohrdommel, auch "Moorochse" genannt. Diesen Reihervogel mit seinen dumpfdröhnenden Rufen kann man vor allem in der Dämmerung hören.
Bitte beachten Sie auch das Müritz-Nationalpark-Ticket, mit dem der Park landseitig sehr gut erreicht werden kann - direkt vom Hafendorf Müritz aus. Wanderungen, Führungen und Vorträge werden vom Team des Müritz-Nationalparks fast täglich angeboten. Mehr Informationen finden Sie hier: www.mueritz-nationalpark.de

Der eine oder andere Besucher wird sicherlich öfter hinsehen müssen, wenn er das NaturErlebnisZentrum in Waren (Müritz) anschaut. Die einzigartige Architektur am Herrensee - zum Teil im Wasser - ist sehr imposant und in Verbindung mit der vielfältigen Ausstellung ein Erlebnis für Jung und Alt. In einer 2.000 Quadratmeter großen Erlebnisausstellung dreht sich alles rund um die Natur, die Geschichte und die vielen verschiedenen Facetten der wunderschönen Müritz-Region. www.mueritzeum.de
Informationen zu geführten Radtouren durch den südlichen Nationalpark finden Sie hier.


